Press Release

Schweizer Verwaltungsräte führend bezüglich Internationalität – grosser Nachholbedarf bei Digitalkompetenz – tiefe Frauenquote

MEDIENINFORMATION


June 14, 2016


  • Ausgeprägte Internationalität: Anteil ausländischer Verwaltungsräte in SMI-Unternehmen ist mit 69% mehr als doppelt so hoch wie bei DAX 30-Unternehmen (27%)

  • Globale Vernetzung: 25% der Verwaltungsräte stammen von ausserhalb Europas

  • Rückstand bei Digital-Expertise: nur 6 von 20 SMI-Unternehmen verfügen über relevante Kompetenz im VR

  • SMI-Frauenanteil liegt unter dem der DAX 30-Unternehmen

Zürich, 14. Juni 2016 – 69% aller Verwaltungsräte (VR) von SMI-Unternehmen haben einen ausländischen Pass. Damit gehören gemäss einer Studie von Russell Reynolds Associates die Schweizer Aufsichtsorgane zu den weltweit internationalsten Führungsgremien. Die soeben veröffentlichte vergleichende Studie zwischen SMI- und DAX 30-Unternehmen der internationalen Personalberatung zeigt, dass der Ausländeranteil in den Aufsichtsräten der nördlichen Nachbarn gegenüber der Schweiz weniger als halb so hoch ist: Nur 27% aller Aufsichtsräte der DAX 30-Konzerne verfügen über einen ausländischen Pass.

Drei CH-Unternehmen internationaler als alle DAX 30-Unternehmen zusammen

Den höchsten Anteil unter den ausländischen VR-Mitgliedern in SMI-Unternehmen haben die USA: Sie stellen jeden achten Verwaltungsrat (27 von insgesamt 212 VR, oder 12.7%), gefolgt vom Vereinigten Königreich (20 VR oder 9.4% aller Mitglieder). Frankreich und Deutschland sind beide mit je 16 Verwaltungsräten vertreten (7.6%). Ein Viertel aller obersten Vertreter von SMI-Unternehmen stammt von ausserhalb Europas. Allein ABB, Nestlé und Novartis haben doppelt so viele Verwaltungssräte aus Lateinamerika, dem Mittleren Osten, Afrika und Asien-Pazifik als alle DAX 30-Konzerne zusammen. Mit lediglich elf von 212 Verwaltungsräten aller SMI-Unternehmen (5.2%) ist Asien aber trotzdem noch relativ schwach vertreten.

Manko bei der Digitalkompetenz

Mangelnde Digitalkompetenz in den Gremien gefährdet die digitale Transformation: Sowohl in Deutschland wie in der Schweiz sind dezidierte Experten für diesen Bereich Mangelware. Lediglich in 37% der DAX 30-Boards sitzt mindestens ein Aufseher mit ausgewiesener Digitalkompetenz. In der Schweiz sind es sogar nur 30%, bzw. sechs von 20 Unternehmen. Anders ausgedrückt: 7 von 10 Unternehmen haben zuwenig digitale Kenntnisse auf der obersten Firmenebene.

Klassische „Digital Directors“ sucht man in diesen Gremien bislang noch vergebens. Am nächsten kommt diesem Idealbild Adrienne Corboud Fumagalli bei Swiss Life. Durch Kombination der Erfahrungen mehrerer VR-Mitglieder ist bei sechs der 20 SMI-Verwaltungsräte dennoch Digitalkompetenz vorhanden. Zu diesen gehören ABB, Adecco, Givaudan, Swiss Life, Swiss Re und Swisscom.

Nachholbedarf beim Frauenanteil

Gegenüber Deutschland ist der Frauenanteil bei den SMI-Unternehmen immer noch gering: Der Frauenanteil liegt im SMI derzeit bei 20,7%. Die DAX-Unternehmen verzeichneten im vergangenen Jahr einen rekordhohen Anstieg um 5 Prozentpunkte von 23,7% auf 28,7%. Ein Viertel der SMI-Unternehmen erreicht eine Frauenquote von über 30%, acht Unternehmen liegen bei unter 20%. Bei SGS sitzen nur Männer im obersten Gremium. Die Frauen (57 Jahre) sind im Schnitt fünf Jahre jünger als ihre männlichen Kollegen (62 Jahre).

Das sind die zentralen Ergebnisse des Vergleichs zwischen der „SMI-VR-Studie“ und der „DAX 30-Aufsichtsratsstudie“ der international führenden Personalberatung Russell Reynolds Associates.

Matthias Oberholzer, Country Manager Schweiz von Russell Reynolds: „Das Thema Diversity wird in der Schweiz bei der Besetzung von Verwaltungsratssposten vorbildlich gelebt, wenn es um die kulturelle Vielfalt geht. Nachholbedarf besteht beim Frauenanteil und bei Vertretern aus aufstrebenden Märkten in Asien. Sträflich vernachlässigt wird der Aufbau von digitaler Kompetenz. Während in US-amerikanischen Boards die digitale Generation längst Einzug gehalten hat, sind diese in den europäischen Gremien Mangelware. Offensive Antworten auf die Herausforderungen der digitalen Transformation und die damit verbundenen Disruptionen sollten auf der Strategieagenda oberste Priorität haben. Aber selbst wenn Geschäftsleitungen diese liefern, fehlt bei 70% der Schweizer Verwaltungsräte die profunde funktionale Fachkenntnis, um die vorgelegte Digitalstrategie auf Augenhöhe hinterfragen zu können. Dieser Kompetenzmangel auf der Kontrollseite birgt erhebliche Brisanz für die führenden Konzerne der Schweiz."

 

Über Russell Reynolds Associates
Russell Reynolds Associates ist eine der weltweit führenden Executive Search & Assessment Firmen bei der Besetzung von Spitzenpositionen. 1969 in New York gegründet, verfügt Russell Reynolds Associates heute mit insgesamt 46 Büros und mehr als 370 Beratern über ein globales Netzwerk. In der Schweiz ist Russell Reynolds Associates seit 2006 mit Büros in Zürich präsent.
Das Unternehmen ist vollständig im Besitz der im Unternehmen tätigen Partner. Neben dieser Unabhängigkeit sind es vor allem die weltweit agierenden Spezialistenteams für einzelne Branchen und Funktionen, mit denen sich Russell Reynolds Associates vom Wettbewerb abhebt. Dank einer hohen Kundenloyalität und grossem Erfolg bei der Gewinnung von Mandaten wächst Russell Reynolds Associates seit vielen Jahren deutlich zweistellig.
Mehr unter www.russellreynolds.com und bei Twitter @RRAonLeadership.

Weitere Informationen

Dr. Matthias Oberholzer
Country Manager Schweiz
Russell Reynolds Associates
Stampfenbachstrasse 5
8001 Zürich
Tel. +41 44 447 30 34
matthias.oberholzer@russellreynolds.com

oder
Susanne J. Mathony
Director Marketing & Public Relations EMEA
Russell Reynolds Associates
Maximilianstraße 12–14
80539 München
Tel.: +49 89 24 89 81 33 – Handy: +49 174 25 82 711
Susanne.Mathony@russellreynolds.com

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